Kühlen ohne Klimaanlage. Geht das?
Bei uns ja.

Die Sommer in Deutschland werden heißer. Wer heute Wohngebäude plant, muss auch an den Sommer denken, denn thermischer Komfort ist längst kein Luxus mehr, sondern eine Anforderung an zukunftsfähige Immobilien. Klassische Klimaanlagen sind teuer im Betrieb, laut und alles andere als nachhaltig. Wir gehen einen anderen Weg.

Passive Kühlung, auch Natural Cooling genannt, nutzt das, was bereits vorhanden ist: die konstant kühle Temperatur von Grundwasser oder Erdreich. Ab einer Tiefe von etwa 15 Metern liegt die Temperatur des Erdreichs ganzjährig bei rund 10 bis 14 Grad Celsius. Im Sommer wird diese natürliche Kühle genutzt, um Gebäude zu klimatisieren, ohne dass der Kompressor der Wärmepumpe laufen muss. Es werden lediglich Umwälzpumpen benötigt. Das Ergebnis: ein Energieeffizienzfaktor von bis zu 25, also 25-fache Kühlleistung pro eingesetzter Kilowattstunde Strom.

 

Welche Wärmequellen eignen sich dafür?

💧 Grundwasser wird über Brunnen erschlossen und hat ganzjährig konstant niedrige Temperaturen. Es ermöglicht sowohl passive als auch aktive Kühlung, ist besonders effizient und eignet sich gut für größere Quartierslösungen.

🔩 Erdsonden nutzen die konstante geothermische Temperatur des Erdreichs ab etwa 15 Metern Tiefe und kühlen Gebäude ohne Kompressorbetrieb. Ein wichtiger Nebeneffekt: Die im Sommer ins Erdreich abgeführte Wärme regeneriert das Erdreich und steht im Winter als zusätzliche Heizenergie zur Verfügung, was die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe verbessert.

🧊 Eisspeicher sind eine dritte Option, bei der Wasser im Winter eingefriert und diese Kälteenergie im Sommer zur Gebäudekühlung genutzt wird. Besonders interessant für Standorte, wo weder Grundwasser noch ausreichend Fläche für Erdsonden vorhanden ist.

 

Bei unserem Projekt Grüne Mitte Brühl haben wir genau das umgesetzt. Grundwasserbrunnen versorgen ein Niedertemperatur-Nahwärmenetz, das im Winter heizt und im Sommer über die Fußbodenheizung passiv kühlt. Ergänzt wird das System durch Photovoltaik auf dem Dach. Das Ergebnis: klimaresilienter Wohnraum ohne Klimaanlage, mit niedrigeren Betriebskosten und deutlich reduziertem CO₂-Ausstoß.

Kühlung muss kein Widerspruch zur Nachhaltigkeit sein. Da der energetische Aufwand für passive Kühlung verschwindend gering ist, lassen sich selbst hohe Effizienzstandards problemlos erfüllen. Sie kann Teil eines ganzheitlichen Energiekonzepts sein, das von Anfang an mitgedacht wird – building tomorrow 💡

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